Krieg in der Ukraine: Einigung auf humanitäre Korridore – WELT

Ausland Erste Ergebnisse

Moskau und Kiew einigen sich auf humanitäre Korridore in Ukraine

Trotz erneuter Verhandlungen gehen die russischen Angriffe weiter

Eine Woche nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine verhandeln die Kriegsparteien heute erneut über eine Lösung. Erste Verhandlungen am Montag waren ohne Durchbruch geblieben.

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Im Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen haben erneut Delegationen der Ukraine und Russlands miteinander gesprochen – und erste Ergebnisse erzielt. Außenminister Sergej Lawrow teilte zuvor gegen die USA aus – und zog dabei fragwürdige Parallelen.

In einer zweiten Verhandlungsrunde haben sich Russland und die Ukraine auf die Schaffung humanitärer Korridore in besonders umkämpften Gebieten der Ukraine verständigt. Das sagten Vertreter beider Seiten am Donnerstag nach dem Treffen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak betonte zugleich, dass einige erhoffte Ergebnisse nicht erreicht worden seien. Es solle eine dritte Verhandlungsrunde geben.

Eine erste Verhandlungsrunde in Belarus war am Montag ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde hatte die Regierung in Kiew betont, sie werde keine „Ultimaten“ Moskaus akzeptieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach eigenen Angaben die Notwendigkeit von Kompromissen in einigen Punkten, um den Krieg zu beenden. Die Ukraine und Russland könnten dies erreichen, wenn die Regierung in Moskau sein Land gleichberechtigt behandle, sagte Selenskyj in einer Fernsehansprache. „Es gibt Dinge, bei denen Kompromisse gefunden werden müssen, damit Menschen nicht sterben“, erklärte er. „Aber es gibt auch Dinge, bei denen Kompromisse unmöglich sind.“

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor angekündigt, das Land sei zu Verhandlungen mit der Ukraine bereit, wolle aber gleichzeitig seine Angriffe auf ukrainische Militäreinrichtungen fortsetzen. Der Westen habe die Ukraine kontinuierlich aufgerüstet und deren Soldaten ausgebildet, um sie zu einem Bollwerk gegen Russland zu machen, sagte Lawrow. Es gehe den westlichen Staaten darum alles zu untergraben, was russisch sei.

Angesichts von Warnungen vor einem Atomkrieg warf Lawrow dem Westen Panikmache und „Hysterie“ vor. „Alle wissen, dass ein Dritter Weltkrieg nur ein nuklearer sein kann“, sagte Lawrow. Diese Frage stelle sich aber nur in den Köpfen westlicher Politiker und nicht in denen der Russen.

„Ich versichere Ihnen, dass wir keine Provokationen zulassen werden, die uns das Gleichgewicht verlieren lassen“, sagte Lawrow in einem vom Staatsfernsehen übertragenen Gespräch mit russischen und internationalen Medien. „Aber wenn (der Westen) anfängt, einen echten Krieg gegen uns zu entfesseln, sollten diejenigen, die solche Pläne aushecken, darüber nachdenken, und sie denken meiner Ansicht darüber nach.“

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Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Sonntag angeordnet, die Abschreckungswaffen der Atommacht in erhöhte Alarmbereitschaft zu setzen. Dazu gehören auch Atomwaffen. Lawrow betonte nun: „Wir haben eine Militärdoktrin, die die Parameter und Bedingungen für den Einsatz von Atomwaffen beschreibt.“ Eine „Eskalation um der Deeskalation willen“ werde es nicht geben, sagte er. „Aber das Gespräch über einen Atomkrieg ist jetzt im Gange.“ Das liege allein am Westen.

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Der Minister kritisierte vor allem die USA scharf. „Die folgenden Vergleiche drängen sich für mich auf: Sowohl Napoleon als auch Hitler wollten einst Europa unterjochen. Jetzt haben die Amerikaner es unterjocht“, sagte Lawrow.

Das russische Militär wird nach Lawrows Worten den Einsatz in der Ukraine bis zum Ende fortsetzen. Russlands Verteidigungsminister Schoigu sagte dazu am Dienstag: „Die Gruppierung der Streitkräfte der Russischen Föderation führt weiterhin eine Spezial-Militäroperation durch, bis die gesetzten Ziele erreicht sind: Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine.“

Putin telefoniere am Donnerstagvormittag mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron, so Lawrow. Russland würde es begrüßen, wenn Frankreich dabei helfen würde, Vereinbarungen zu erreichen.

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