Ukraine-Konflikt: Selenskyj ruft Bürger mit dramatischem Appell zu den Waffen – WELT

Ausland Russischer Einmarsch

Ukrainischer Präsident Selenskyj ruft Bürger mit dramatischem Appell zu den Waffen

„Russland wird große Verluste erfahren“

In einer Ansprache hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bürger des Landes zu den Waffen gerufen. „Wir geben Waffen an alle, die fähig sind, uns zu beschützen“, sagte Selenskyj in Kiew.

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Als Reaktion auf den russischen Einmarsch bricht die Ukraine die diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland ab. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer emotionalen Ansprache an sein Volk. Mehr als 40 ukrainische Soldaten sollen bereits gefallen sein.

In einer Ansprache hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bürger des Landes zu den Waffen gerufen. „Wir geben Waffen an alle, die fähig sind, uns zu beschützen“, sagte er am Donnerstag in Kiew. Auch Veteranen sind aufgerufen. „Alle die Kampferfahrung haben und die Ukraine beschützen wollen, sollen sich melden.“ Die Ukrainer sollen in den Krankenhäusern Blut spenden für die Verwundeten: „Bitte spenden Sie Blut für unsere Kämpfer“, sagte Selenskyj.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in der Nacht einen Einmarsch des russischen Militärs in die Regionen Luhansk und Donezk angeordnet. „Ich habe beschlossen, eine Sonder-Militäroperation durchzuführen“, sagte Putin in einer Fernsehansprache.

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In Kiew und anderen Städten haben sich bereits Schlangen vor Banken gebildet, da die Bürger ihre Ersparnisse abheben wollen. Selenskyj versuchte, die Lage zu beruhigen: „Die Nationalbank hat alle Ressourcen, um unsere Interessen zu schützen.“ Nach dem russischen Einmarsch in der Nacht habe „der Feind schwere Verluste erlitten“. Mehr als 40 ukrainische Soldaten sind einem Berater des ukrainischen Präsidialamts zufolge getötet worden. Mehrere Dutzend wurden demnach verletzt. Es gebe auch Opfer unter den Zivilisten.

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Die Ukraine habe alle diplomatischen Beziehungen zu Russland beendet, erklärte der Präsident. Die Ukraine betreibt bislang neben der Botschaft in Moskau vier Konsulate in St. Petersburg, Rostow am Don, Jekaterinburg und Nowosibirsk. Außenminister Dmytro Kuleba hatte kürzlich Präsident Selenskyj den Abbruch der diplomatischen Beziehungen angeraten. Der ständige Vertreter der Ukraine wurde bereits zu Konsultationen nach Kiew zurückgerufen, nachdem Russland Anfang der Woche die ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkannt hatte. Russland und die Ukraine haben bereits seit Jahren keine Botschafter mehr im Nachbarland.

„Wir sind alle Armee. Es lebe die Ukraine“

Selenskyj appellierte auch an das russische Volk, gegen den Krieg zu protestieren: „Ab heute stehen unsere Länder in der Weltgeschichte auf verschiedenen Seiten. Russlands Bürger werden heute ihre Wahl treffen, den sie persönlich gehen. Die Menschen in Russland, die das Gewissen noch nicht verloren haben, sind frei zu protestieren gegen den Krieg mit der Ukraine.“

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Am Ende seiner Rede wechselte Selenskyj in die russische Sprache, um die Ukrainer zu erreichen, die nur diese Sprache beherrschen. „Liebe, starke Bürger der Ukraine“, sprach er sie direkt an. Diese Menschen würden durch die russischen Medien mit Falschinformationen versorgt, über das Fernsehen und im Internet. Blogger sollten die Fakten verbreiten, forderte Selenskyj. Er schloss seine Rede mit emotionalen Worten: „Wir sind alle Armee. Es lebe die Ukraine.“

Baerbock kündigt „massivste Sanktionen“ gegen Russland an

Angesichts der militärischen Offensive Russlands ruft Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) Staaten weltweit zur Unterstützung der Ukraine auf. „Kein Land der Welt kann akzeptieren, dass die Souveränität anderer zur Disposition steht, wenn sein stärkerer Nachbar es will“, sagte sie am Donnerstag in Berlin. Deutschland wende sich mit seinem diplomatischen Netzwerk an alle Staaten, die an die Charta der Vereinten Nationen glaubten, um sich gemeinsam dieser Aggression entgegenzustellen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), UN-Generalsekretär António Guterres und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forderten den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, die Militäraktion sofort einzustellen. Deutschland und die EU bereiten sich auf Fluchtbewegungen vor.

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Baerbock verwies auf die im Laufe des Tages anberaumten Beratungen der Europäischen Union, des Nato-Militärbündnisses und der westlichen G7-Industriestaaten und kündigte ein „volles Paket massivster Sanktionen“ an. Russland allein habe diesen Weg gewählt. Dieser Krieg solle vor allem die Hoffnung der Menschen in der Ukraine zerstören, „dass sie nach Jahrzehnten der Unfreiheit ein Recht auf Demokratie, ein Recht auf Frieden und auf eine bessere Zukunft ohne Unterdrückung haben“. An Putin gerichtet, sagte sie: „Diesen Traum werden Sie niemals zerstören können.“

Auswärtiges Amt veröffentlicht Reisewarnung

Das Auswärtige Amt veröffentlichte eine Reisewarnung und forderte deutsche Staatsangehörige mit den Worten, „in der Ukraine finden Kampfhandlungen und Raketenangriffe statt“ dringend auf, das Land zu verlassen. Eine Evakuierung durch deutsche Behörden sei derzeit nicht möglich. Baerbock wies aber darauf hin, dass die deutschen Auslandsvertretungen in den Nachbarländern Polen, Slowakei, Ungarn und Moldau an den Grenzen Unterstützung leisten würden. Verbliebenes entsandtes Personal der deutschen Vertretung sei aus Sicherheitsgründen aus Kiew abgezogen worden, werde jedoch die Arbeit in Lwiw (Lemberg) oder an einem anderen Ort wieder aufnehmen.

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Scholz nannte den russischen Angriff einen „eklatanten Bruch des Völkerrechts“. Der „rücksichtslose Akt“ Putins sei durch nichts zu rechtfertigen. „Dies ist ein furchtbarer Tag für die Ukraine und ein dunkler Tag für Europa“, sagte er. Deutschlands Solidarität geilte der Ukraine und ihren Menschen.

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) erklärte, die bewusst herbeigeführte russische Aggression werde Leid über viele Menschen bringen. Das „Unfassbare“ sei geschehen: „Wir haben einen Landkrieg in Europa, von dem wir dachten, er sei nur noch in Geschichtsbüchern zu finden.“

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