Ukraine-Krieg: Siedlungen um Kiew zurückerobert – Putin sucht „innere Bedrohungen“

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  • Daniel Dillmann

  • Tobias Utz

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  • Nail Akkoyun

    Nail Akkoyun

  • Katja Thorwarth

    Katja Thorwarth

Die militärische und humanitäre Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu – der News-Ticker am Freitag.

  • Im Ukraine-Krieg* gehen die Angaben über die Zahl der Verluste auf Seiten Russlands* stark auseinander.
  • Laut Angaben der Ukraine* soll die Armee von Russlands Präsident Wladimir Putin* im Ukraine-Konflikt* bereits mehr als 17.000 Soldaten verloren haben.
  • Moskau* hat den Rückzug seiner Truppen aus Tschernobyl veranlasst. Kiew* spricht davon, dass die Angreifer Geiseln genommen haben.

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+++ 18.45 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nah Angaben des Generalstabs insgesamt 29 Siedlungen in den Regionen Kiew und Tschernihiw von russischen Truppen zurückerobert. Es handele sich um Gebiete, aus denen Russland einige seiner Truppen abgezogen habe, hieß es. Im Nordosten der Ukraine hielten die russische Blockade und der Beschuss der Städte Tschernihiw und Charkiw indes an, teilte der Generalstab weiter mit. Im Osten und Süden versuchten die russischen Kräfte zudem, die Städte Popasna, Rubischne und Mariupol einzunehmen, um das Territorium der Separatistengebiete Donezk und Luhansk auszuweiten.

Ukrainische Soldaten und Soldatinnen sitzen auf einem fahrenden Militärfahrzeug und grüßen Reporter, während sie nach übrig gebliebenen russischen Truppen in den Außenbezirken von Kiew suchen.

© Rodrigo Abd/dpa

Ukraine-Krieg aktuell: Putin sucht „innere Bedrohungen“

+++ 17.00 Uhr: Russlands Präsident sucht offenbar nach „inneren Sicherheitsbedrohungen“ im Kreml. Das vermeldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Freitagnachmittag. Putin erörtere derzeit gemeinsam mit Mitgliedern seines Sicherheitsrates Maßnahmen zur „Abwendung und Neutralisierung innerer Sicherheitsbedrohungen“.

+++ 16.30 Uhr: Russische Soldaten haben offenbar einen Hilfskonvoi, der in Richtung der belagerten Hafenstadt Mariupol unterwegs war, geplündert. 14 Tonnen dringend benötigter Hilfsgüter seien gestohlen worden, sagte die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Freitag der Daily Mail. „Seit Donnerstag haben die russischen Truppen konsequent selbst kleine Mengen humanitärer Hilfe für die Stadt blockiert“, beklagte Petro Andrjuschtschenko, stellvertretender Bürgermeister von Mariupol.

Ukraine-Krieg aktuell: Neue Kämpfe rund um Kiew

+++ 15.45 Uhr: Ein Militärflugzeug der Ukraine ist einem Bericht zufolge südlich von Kiew abgestürzt. An Bord befanden sich 14 Personen. Das teilte die Behörden der Stadt mit. Man ermittle immer noch, „wie viele Menschen bei dem Absturz gestorben sind“. Zuerst darüber berichtet hatte das Nachrichtenportal Moscow Times.

+++ 14.30 Uhr: Rund um Kiew kommt es wohl zu neuen Kämpfen zwischen der ukrainischen und russischen Armee. Das berichtet Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko. „Das Risiko, in Kiew zu sterben, ist ziemlich hoch, und deswegen ist mein Rat an alle, die zurückkommen wollen: Bitte lasst euch ein bisschen länger Zeit“, so Klitschko. Demnach wird vor allem nördlich und östlich der Hauptstadt gekämpft. Am Freitagvormittag kursierten Meldungen, wonach sich Russland aus Kiew zurückziehe (s. Update v. 11.15 Uhr). Zudem hieß es, dass die ukrainische Armee „erfolgreiche“ Gegenangriffe starte (s. Update v. 12.00 Uhr)

+++ 14.00 Uhr: Russland setzt nach einem Bericht von Amnesty International beim Krieg in der Ukraine auch verbotene Streumunition ein. Die Menschenrechtsorganisation warf den russischen Truppen am Freitag in Berlin „unerbittliche, wahllose Angriffe“ auch auf Zivilisten vor. Die Echtheit von „physischen Beweisen“ für den Einsatz solcher Munition sei von Amnesty-Ermittlern in der Ukraine bestätigt worden.

Als Streumunition werden Raketen oder Bomben bezeichnet, die noch in der Luft über dem Ziel zerbersten und eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzen. Diese Mini-Bomben – etwa so groß wie eine Getränke- oder Spraydose – fallen dann in einem Umkreis von mehreren Dutzend Metern zu Boden. Amnesty-Expertin Janine Uhlmannsiek sagte: „Die Liste der Kriegsverbrechen des russischen Militärs wird mit jedem Tag länger.“ Bislang haben 110 Staaten ein Übereinkommen gegen Streumunition ratifiziert. Dazu zählt auch Deutschland. Russland und die Ukraine sind hingegen nicht dabei. Die Konvention aus dem Jahr 2008 verbietet die Herstellung und den Einsatz.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee startet „erfolgreiche“ Gegenangriffe

+++ 13.00 Uhr: Russlands Armee hat laut eigenen Angaben fünf große Munitions- und Kraftstofflager in der Ukraine zerstört. Insgesamt seien allerdings 52 „militärische Objekte“ innerhalb von 24 Stunden zerstört worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

+++ 12.00 Uhr: Neben dem Abzug von russischen Truppen aus der Region Kiew kommt es dort weiterhin zu Gegenangriffen der ukrainischen Armee. Im morgentlichen Lagebericht des britischen Geheimdienstes heißt es, dass die Ukraine „erfolgreiche, aber begrenzte“ Gegenangriffe östlich und nordöstlich der Hauptstadt unternehme. Darauf bezieht sich das Nachrichtenportal Kyiv Independent.

+++ 11.15 Uhr: Russlands Streitkräfte ziehen sich wohl aus der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew zurück. Das berichtet der zuständige Gouverneur. Die Truppen seien auf dem Weg nach Belarus, so Olexandr Pawljuk in einem Statement bei Telegram. Das entspricht der Einschätzung der Nato vom Donnerstag. Nato-Chef Stoltenberg erklärte, dass man erwarte, dass Russland sich in Belarus neu formiere, um schwere Verluste zu kompensieren.

+++ 11.00 Uhr: Offenbar befinden sich weiterhin Soldaten der russische Armee am stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl. Am Donnerstag gab es vermehrt Berichte, dass die Truppen den Ort verlassen würden. Zudem wurde bekannt, dass wohl zahlreiche Streitkräfte verstrahlt wurden.

+++ 10.45 Uhr: Die Explosion am Freitagmorgen im Tanklager im russischen Belgorod nahe der Grenze könnte eine Operation unter falscher Flagge gewesen sein. Das berichtet die Bild-Zeitung – und verweist auf Informationen des ukrainischen Generalstabs. Demnach gebe es keine Informationen, wonach die ukrainische Armee für den mutmaßlichen Beschuss des Lagers verantwortlich sei. Stattdessen vermutet das Militär der Ukraine, dass Russland damit einen Vorwand für eine neue Eskalationsstufe schaffe. Von russischer Seite wird die Ukraine für die Explosion verantwortlich gemacht (s. Update v. 09.00 Uhr).

+++ 10.15 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben wohl weitere Gebiete im Land zurückerobert. Übereinstimmenden Berichten zufolge soll das Regionen im Nordosten und Norden betreffen, aber auch die Stadt Cherson im Süden der Ukraine.

+++ 10.00 Uhr: Russlands Truppen ziehen sich offenbar tatsächlich aus der Region um die Stadt Tschernihiw zurück. Das sagte der regionale Gouverneur in einer Videobotschaft. Der Kreml hatte am Dienstag (29.03.2022) angekündigt, Streitkräfte aus der Region abzuziehen.

Ukraine-Krieg: 153 Kinder gestorben

+++ 09.30 Uhr: Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sollen bereits 153 Kinder gestorben sein. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent – und beruft sich auf Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft. 245 Kinder sollen zudem teils schwer verletzt worden sein.

+++ 09.00 Uhr: Russland hat der Ukraine erstmals seit der Invasion einen Angriff auf russisches Territorium vorgeworfen. Demnach soll das ukrainische Militär mit Hubschraubern ein Treibstofflager in Belgorod beschossen haben. Das schrieb Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Bei der Explosion des Tanklagers seien zwei Mitarbeiter verletzt worden, so Gladkow. Belgorod liegt nahe an der ukrainischen Grenze. Am Freitagmorgen kursierten zahlreiche Videoaufnahmen, welche die Explosion belegen sollen. Ihre Echtheit konnte bislang nicht unabhängig verifiziert werden. Fotos von mehreren Nachrichtenagenturen zeigten die Explosion ebenfalls.

Ukraine-Krieg: Russland kündigt Feuerpause in Mariupol an

Update vom Freitag, 01.04.2022, 08.00 Uhr: Auf Ersuchen von Frankreich und Deutschland hat Russland für Freitagmorgen eine Feuerpause in der umkämpften Hafenstadt Mariupol angekündigt. Ein humanitärer Fluchtkorridor soll ab 9 Uhr MESZ zur Evakuierung von Zivilistinnen und Zivilisten nach Saporischschja geschaffen werden.

Nach ukrainischen Angaben seien Konvois am Donnerstag (31.03.2022) auf mehrere Probleme gestoßen. Wie CNN berichtete, sollen russische Truppen 14 Tonnen Hilfsgüter, darunter Lebensmittel und Medikamente, beschlagnahmt und 45 Busse blockiert haben. Um eine Rettung der Menschen aus Mariupol zu ermöglichen, seien die Fluchtkorridor „unzureichend“, hieß es am Donnerstag vonseiten Frankreichs.

In der seit Wochen bombardierten Stadt Mariupol sollen noch rund 100.000 Zivilistinnen und Zivilisten eingeschlossen sein, erklärte die ukrainische Ministerin Iryna Vereshchuk. Nun bereite sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) darauf vor, die Ausreise der Bevölkerung zu ermöglichen. „Es ist von größter Wichtigkeit, dass diese Operation durchgeführt wird. Das Leben von Zehntausenden von Menschen in Mariupol hängt davon ab“, wurde das IKRK von CNN zitiert.

Ukraine-Krieg: Russische Streitkräfte räumen Tschernobyl – und nehmen Geiseln mit

Erstmeldung vom 01.04.2022, 03.30 Uhr: Nach wochenlanger Besetzung haben die russischen Streitkräfte die Atomruine Tschernobyl verlassen, dabei nach ukrainischen Angaben aber Geiseln mitgenommen. „Es sind keine Außenstehenden mehr auf dem Gebiet des Atomkraftwerks Tschernobyl“, teilte die für das Sperrgebiet im Norden der Ukraine zuständige ukrainische Behörde am Donnerstagabend auf Facebook mit. Später hieß es, die Russen hätten ukrainische Soldaten mitgenommen, die sie seit Kriegsbeginn als Geiseln gefangen hielten.

„Als sie von der Atomanlage Tschernobyl wegrannten, nahmen die russischen Besatzer Mitglieder der Nationalgarde mit, die sie seit dem 24. Februar als Geiseln gefangen gehalten hatten“, teilte die ukrainische Atombehörde Energoatum im Messengerdienst Telegram unter Berufung auf Arbeiter in der Anlage mit. Um wie viele ukrainische Soldaten es sich handelte, war unklar.

Zuvor hatte die für das Sperrgebiet zuständige Behörde den Abzug der russischen Armee verkündet. Die Soldaten hätten „Ausrüstung und andere Wertgegenstände“ aus der stillgelegten Atomanlage gestohlen. Ukrainische Spezialisten würden nun auf das Gelände geschickt, um es auf „potenzielle Sprengkörper“ hin zu durchkämmen.

(ktho/dil/lz/nak/tu mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rodrigo Abd/dpa

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